Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke wird über einen europaweiten Wettbewerb entschieden

Die DEGES hat einen einmaligen und für Straßenverkehrsprojekte unüblichen, europaweiten Wettbewerb gestartet. Damit soll die beste Lösung für die Rudolf-Wissell-Brücke auf der A 100 gefunden werden, denn das längste Brückenbauwerk Berlins muss neu gebaut werden. Es gehört mit rund 180.000 Fahrzeugen am Tag zum am drittmeisten befahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands, der jedoch nicht für diese hohe Belastung ausgelegt wurde.

 Wegen des permanenten hohen Verkehrsaufkommens kommt es häufig zu Reparaturarbeiten mit Spursperrungen und -einengungen; regelmäßige Staus sind die Folge. Das zwischen 1958 und 1961 gebaute Spannbeton-Bauwerk mit sechs Fahrspuren hat einen kritischen Zustand erreicht und muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Der Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Jens-Holger Kirchner, erklärt: „Nachhaltige Politik schaut voraus, um von Problemen nicht überrascht zu werden. Deswegen müssen wir jetzt eines der größten Straßensanierungsprojekte in der Geschichte der Stadt starten.“

Um für den Ersatzneubau die beste Lösung zu finden, hat die DEGES europaweit Fachleute zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. Ein innovativer Ansatz, der für Straßenverkehrsprojekte normalerweise nicht angewandt wird. „Wir wollen uns hier nicht nur auf unsere Kreativität oder die Ideen eines Ingenieurbüros verlassen, sondern bewusst möglichst viele Ingenieure an der Suche nach der besten Lösung beteiligen. Alle sind aufgerufen, ihre Ideen und Lösungsvorschläge für den Ersatzneubau und für Berlin einzureichen“, erläutert Irngartinger das besondere Vorgehen.

Nach einer ersten Phase, in der interessierte Ingenieurbüros und Arbeitsgemeinschaften ihre Eignung vorweisen mussten, sind jetzt sechs Teilnehmer eingeladen, bis Mitte Juli 2017 erste Lösungsvorschläge zu entwickeln. Sie alle kommen aus Deutschland. Danach werden dann drei Arbeitsgemeinschaften oder Ingenieurbüros ihre Lösungsansätze weiter präzisieren und konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten. „Die Wettbewerbsjury wird ein besonderes Augenmerk auf den Bauablauf und die Verkehrsführung während der Bauzeit richten. Die geringstmöglichen Einschränkungen für den laufenden Verkehr sind das zentrale Wertungskriterium“, erklärt Staatssekretär Jens-Holger Kirchner. Anfang 2018 soll der Gewinner des Ideenwettbewerbs für den Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke feststehen. Mit einem tatsächlichen Baubeginn kann frühestens 2022 gerechnet werden.