Pilotprojekt Talbrücke Auenbach

BIM Talbrücke Auenbach


Der Neubau der Talbrücke Auenbach wird nach der Fertigstellung die B 107n über das Auenbachtal bei Chemnitz (Sach­sen), einen Wirtschaftsweg sowie die Gleise der Bahnstrecke Dresden – Werdau überführen. Das Bauwerk ist in das Gesamtprojekt „Südverbund Chemnitz“ eingebettet: Dieses Vorhaben soll die im Osten und Süden auf die Stadt zuführenden Bundesstraßen miteinander verknüpfen und mit der Autobahn A 72 im Westen sowie der A 4 im Norden zu einer ringförmigen äußeren Verbindung ergänzen.

Ursprünglich sollte die Talbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 290 m das komplette Auenbachtal überbrücken. Im Zuge der Vorplanung wurden die Überführungen der Bahnstrecke und des Auen­bachtals als Vorzugsvariante sowohl in der konventionellen Planung als auch im BIM-basierten Planungsprozess in zwei separaten Bauwerken ausgeführt. Dadurch konnten die Bauwerkslänge sowie die Sperrzeiten der Bahnstrecke in der Bauphase reduziert werden.

Im Rahmen des BIM-Pilotvorhabens entwickelte die DEGES ein koordiniertes Gesamtmodell, das sämtliche Teilmodelle wie beispielsweise Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen, Baugrund und Umwelt enthält. Diese koordinierte Planung in Form eines objektbasierten 3D-Gesamtmodells diente den weiteren BIM-Prozessen als Basis. Die Verknüpfung mit Kosten- und Terminangaben ermöglichte bereits in einem sehr frühen Planungsstadium eine fundierte Optimierung des Projektes. Hierbei stellt das parametrisierte Gesamtmodell den Kern dar, da an diesem schnell Änderungen vorgenommen werden können und die jeweiligen Folgen für Kosten und Termine sofort ablesbar sind – ein großer Vorteil der BIM-Methode in frühen Planungsphasen.

Das entstandene Modell lässt sich ohne nennenswerten Aufwand für die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nutzen. Durch die dreidimensionale Darstellung und den unmittelbaren Modellbezug kann die Planung allen Betroffenen (Bürger, Behörden, weitere Träger öffentlicher Belange) leichter verständlich gemacht werden. Dies kann die Akzeptanz für Infrastrukturvorhaben erhöhen und Genehmigungsprozesse beschleunigen.

Projektdetails

  • Neubau im Zuge der B 107n
  • Errichtung eines Brückenneubaus mit dreistreifigem Straßenquerschnitt
  • Halbierung der Brückenfläche ­aufgrund ­aktu­alisierter Verkehrs­prognosen und Realisierung mittels zweier Einzelbauwerke (dadurch Minimierung des Eingriffs in den Bahnbetrieb)
  • integrale Bauweise unter Berücksichtigung hoher Anforderungen an den Bahnbetrieb (Sperrpausen) und an Umweltauflagen (geschütztes Auenbachtal)
  • Querung Auenbachtal: 142 m
  • Querung Bahnstrecke: 32 m
  • Gesamtkosten: 7,5 Mio. Euro

Anwendung von BIM

  • Einsatz von BIM im Zuge der ­Vorentwurfsplanung (Lph 2 HOAI)
  • Integration der Fachplanungen
  • Modellierung des Bauwerkes und der Verkehrsanlage
  • Mengen- und Kostenberechnung