Ausblick

BIM Ausblick


Die Anwendung von BIM in der linienhaften Infrastruktur stellt eine Revolution im Baugewerbe dar. Denn durch die Nutzung der Methode ergeben sich vielfältige Vorteile im Projektgeschäft:

  • höhere Planungssicherheit und ­Prozesstransparenz
  • Beherrschbarkeit von komplexen Projekten mit wachsenden Anforderungen
  • unmittelbare Verfügbarkeit aller relevanten Informationen, z. B. Kosten, Mengen, Zeitabläufe
  • verkürzte Ausführungszeiten
  • minimierte Risiken in der Bauausführung und reduzierte Baukosten
  • verbesserte Projektkommunikation
  • verbessertes Projektmarketing durch eine frühe realitätsnahe Abbildung
  • Möglichkeit der Weiterverwendung von Informationen für Betrieb und Unterhaltung des Bauwerks

Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen hat die DEGES die Anwendung der BIM-Methode ausgeweitet. So wurden Mitte 2016 weitere Projekte als BIM-Anwendungsfälle definiert:

  • Talbrücke Schwelmetal im Zuge der A 1
  • ÖPP-Projekt A 10/A 24

Bei diesen Projekten sollen Erfahrungen im Bereich der Visualisierung und Plau­sibilisierung von Planungen und Abläufen gemacht werden sowie die Erfahrungen der Bauwirtschaft mit BIM am Beispiel eines ÖPP-Projektes ausgetauscht werden.

Neben der Umstellung der Art und Weise, wie Planung entsteht – nämlich nicht mehr in Grund- und Aufriss, sondern am 3D-Modell –, bedarf BIM eines über die Leistungsphasen hinweg durchgängigen Datenprozesses. Die tradierten Methoden sind geprägt von einem seriellen Vorgehen, bei dem jede Planungsphase ihre Ideen in Form von Plänen austauscht. Eine durchgängige Detaillierung der Planung über alle Projektphasen bis hin zum Betrieb findet bisher nur selten auf Basis einer einheitlichen und gleichen Datenplattform statt, doch künftig werden sich Prozesse und Werkzeuge im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung verändern.

Die Anwendung von BIM darf dabei nicht auf den Einkauf neuer Software, die Arbeit am Modell oder die Einrichtung eines Cloud-Laufwerks beschränkt werden. Vielmehr kann eine deutlich partnerschaftlichere und zielorientiertere Zusammenarbeit etabliert werden. Stu­dien aus dem Ausland zeigen, dass die Effekte mindestens so hoch einzuschätzen sind wie die schnellere Modifizierbarkeit einer Planung oder die Angabe von belastbaren Kosten und Terminen bereits in den frühen Planungsphasen. Dass Betroffene eine technische Planung durch die Möglichkeiten der Visualisierung schneller und besser verstehen können, ist gerade für die öffentlichen Bauherren von Straßen ein wesentlicher Vorteil.

Eines scheint heute bereits sicher: Building Information Modeling wird künftig das Projektmanagement auch im Bereich der linienhaften Infrastruktur nachhaltig verändern. Dieser Herausforderung stellt sich die DEGES, indem sie 2017 ein Konzept zur Etablierung von BIM im Gesamtunternehmen auf den Weg bringen wird. Dieses soll neben technischen Fragestellungen auch die Begleitung des Veränderungsprozesses für die Mitarbeiter beinhalten.